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Bei der 25. Studientagung des ISW wurde klar: Simone Weil ist brandaktuell
Als besonderen Service bieten wir Ihnen inspirierende Texte der Tagung zum Download.

Unsere 25. Studientagung konnte auch im Jahr trotz erschwerter Bedingungen vom 16. bis 18. Oktober im ISW in Marktheidenfeld stattfinden. Das diesjährige Thema „Die Liebe ist nicht Trost, sondern Licht!“ zog Interessierte aus allen Teilen Deutschlands an.

Unter ihnen waren sowohl ehemalige Absolventen unserer dreijährigen Weiterbildung in tf TZI als auch Menschen, die zum ersten Mal ins Institut kamen.

Der titelgebende Satz stammt von unserer Institutspatronin Simone Weil (1909-1943), die wir aus Anlass des 25. Jubiläums bewusst in den Vordergrund gestellt haben. Das Zitat findet sich in Weils letztem Werk „Die Einwurzelung“, das gleichsam als Vermächtnis zu verstehen ist. Sie legt dort ihre Sorge dar, dass die Menschen in Europa ent-wurzelt sind. Als Grund für diese Ent-wurzelung gibt sie eine Krise der Bildung an. Bildung hat ihres Erachtens den Auftrag, Menschen in jeder Lebenssituation die Chance zu geben, sich in einem Grund ein-zuwurzeln. Dieser Grund aber ist nicht ein Nationalgefühl im Sinne einer lokalen Heimat, sondern das eigene Herz, die Mitte der Person, die Liebe. Bildung sollte also Herzensbildung lehren.Studientagung 2020 2 web

In ihrem durch einen frühen Tod unvollendeten „Glaubensbekenntnis“, wie sie selbst es nannte, versucht Simone Weil, die Grundprinzipien der Menschlichkeit und der Zivilisation neu zu bestimmen und beleuchtet dabei auch zentrale Begriffe menschlichen Seins wie Wahrheit, Gehorsam oder Freiheit. Obwohl ihre Überlegungen 70 Jahre alt sind (das Buch erschein erstmals 1949 in französischer Sprache unter dem Titel „L’Enracinement“) sind ihre Analysen und Erkenntnisse brandaktuell und verdeutlichen einmal die Verantwortung der Menschen füreinander. Studientagung 2020 1 web

Dies stellten auch die Teilnehmer im Verlauf der dreitägigen Tagung fest. So wurde einerseits klar, inwiefern Simone Weil „ihrem Status als Institutspatronin gerecht“ wird. „Denn auch die tf TZI setzt ja beim Personsein an“, meldete eine Teilnehmerin zurück. Zudem war klar spürbar, dass es gerade in Zeiten wie diesen, in denen eine neue Gefahr des Rassismus und Nationalismus, ja sogar Antisemitismus wieder aufkeimen, darauf ankommt, ein Mitgefühl füreinander zu entwickeln und einzuüben. Dies kommt im Übrigen auch dem Grundanliegen von Ruth Cohn entgegen: Es geht ums Anteilnehmen!

Lesen Sie hier, wie Simone Weil die Begriffe Wahrheit, Gehorsam, Freiheit und Gefahr beschreibt.

 

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