header17072019

Kurz vor der anstehenden Bundestagswahl erleben Prognosen und Umfragen eine Hochkonjunktur. Parteienforscher und Politik-Kommentatoren überschlagen sich mit dem Durchspielen denkbarer Koalitionen. Mit Vorhersagen und Wahrscheinlichkeiten haben wir in letzter Zeit keine guten Erfahrungen gemacht!

Die Pandemie hat uns kalt erwischt, „lokaler Starkregen“ verwüstete ohne Warnungen ganze Kleinstädte und das Desaster in Afghanistan überraschte offenbar sogar die gesamte internationale Diplomatie und die Geheimdienste. Also, es hat ganz den Anschein: Wir müssen lernen uns mit dem Unvorhergesehen zu arrangieren!

Unser Leben hat viel an Sicherheit eingebüßt. Es ist ja nicht nur so, dass Unvorhergesehenes, Überraschendes passiert. Diese Aussicht kann auch viel Energie freisetzen und ist wohl die Motivation all der Wahlkämpfer Land auf, Land ab. Aber nicht vergessen werden sollte, dass mit großem Aufwand an der Berechnung unserer Zukunft gearbeitet wird. Doch offenbar sind die zu Rate gezogenen Variablen nicht mehr die maßgeblichen.

Unser Lebensgefühl ändert sich und dies beeinflusst unser Bild von uns selbst. In der Selbstvergewisserung können wir immer weniger auf Sicherheiten der Außenwelt zurückgreifen: Auf Traditionen, Institutionen und einen Werte-Konsens. Ja, eben selbst das Wetter ist nicht mehr verlässlich, sondern außer Rand und Band! Wir als einzelne sind immer stärker gefordert, die Selbstvergewisserung in uns selbst zu finden.   

Markus Grun

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