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Am 12. Mai dieses Jahres wäre Joseph Beuys einhundert Jahre geworden. Die vielen Sonderausstellungen, Würdigungen und Veranstaltungen dieses Jubiläums zeigen: Joseph Beuys erreicht und bewegt die Menschen immer noch – vielleicht sogar stärker als jemals zuvor. Heute ist es unumstritten, dass Beuys einer der zentralen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist.

Joseph Beuys PixabayFoto: PixabayMit seinen provokativen Aktionen – seine erste betitelte er „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ -, seinen unverwechselbaren Dresscode – Hut und Anglerweste – und seinen markanten Gesichtszügen wurde er schnell auch dem breiten Publikum bekannt. Der Öffentlichkeit gilt Beuys als Synonym schlechthin für „unartistische“ und gleichzeitig unverständliche Kunst. Kein Missverständnis könnte größer sein. Beuys geht es um einen „erweiterten Kunstbegriff“. Für seine Kunstwerke wählte er nicht die klassischen, edlen Materialien (Ölfarben, Bronze, Marmor), sondern erprobte Ungewohntes (Beize, Filz und Fett). Wer sagt denn, dass nur über die Farbigkeit und die Räumlichkeit Ausdruck zu erzielen ist? Auch Aggregatzustände (flüssig-fest) und Materialstrukturen können uns als Ausdrucksmittel dienen!

Aber Beuys geht noch weiter. Unsere Gesellschaft versteht er als eine „soziale Plastik“. Wie ein Künstler sollen wir uns selbst und unsere Gesellschaft gestalten. Denn „Jeder Mensch ist ein Künstler“ und „Thinking is form“.

Im Institut Simone Weil interessieren uns alle Ansätze zur individuellen und gesellschaftlichen Veränderung. Auch uns ist es ein Anliegen, eine menschengerechtere Gesellschaft zu fördern und Wege zu deren Gestaltung aufzuzeigen.

Markus Grun

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