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Lehrhaus  > Simone Weil

Simone Weil

Simone Weil (1909-1943)

  • 1909 Simone Weil wird am 3. Februar in Paris geboren.    Der Vater ist Arzt, beide Eltern sind jüdisch. Die jüdische Religion wird allerdings im Hause Weil nicht praktiziert. Simone genießt eine liberale Erziehung.
  • 1925    Entscheidung für das Studium der Philosophie am Lycée Henri IV. in Paris.

    Ihr Lehrer Emile Chartier, alias Alain, übt besonderen Einfluss auf die begabte Schülerin aus.

    • 1931    Simone Weil legt die Staatsprüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab und tritt ihre erste Stelle als Philosophielehrerin am Mädchengymnasium in Le Puy an. Gleichzeitig engagiert sich die Anarchosyndikalistin in der Gewerkschaft und demonstriert für die Arbeiterbelange.
    • 1933    Strafversetzung nach Roanne aufgrund ihrer Tätigkeit in der Arbeiterbewegung.
    • 1934    Simone Weil nimmt unbezahlten Urlaub und arbeitet als Fabrikarbeiterin in der Elektro-Firma Alsthom in Paris. Sie schreibt ihr Fabriktagebuch.
    • 1935    Die Fabrikarbeit führt zu einer totalen physischen und psychischen Erschöpfung. Simone Weil verbringt einen Erholungsurlaub in der Schweiz und in Spanien und Portugal. Eine erste Begegnung mit dem Katholizismus erfolgt.
    • 1936    Teilnahme als Freiwillige am Spanischen Bürgerkrieg, Brandverletzung durch siedendes Öl und Rückkehr nach Frankreich.
    • 1938    Simone Weil erlebt während eines Aufenthaltes in der Benediktinerabtei Solesmes eine mystische Ekstase.
    • 1940    Deutscher Angriff auf Frankreich. Simone Weil flieht mit ihren Eltern aus Paris nach Marseille. Dort begegnet sie dem Dominikanerpater Jean-Marie Perrin.
    • 1941    Mehrere Polizeiverhöre. Landaufenthalt bei dem Philosophen Gustave Thibon.
    • 1942    Ausreise mit den Eltern über Algier nach New York. Im Dezember kehrt Simone Weil wieder nach Europa zurück und lässt sich in London nieder.
    • 1943    Tätigkeit in der Résistance. Im April Einlieferung in das Middlesex Hospital. Am 24. August Tod aufgrund von TBC und Unterernährung im Grosvenor-Snatorium in Ashford/Kent.


    Hinführende Literatur in Auswahl
    - Abbt, Imelda /Müller, Wolfgang W., Ein Leben gibt zu denken, EOS Verlag, Erzabtei St. Ottilien 1999
    - Beyer, Dorothee, Simone Weil, Philosophin - Gewerkschafterin - Mystikerin, Mainz 1994

    - Karwath, Sophia, Jüdin durch Geburt - Christin aus Überzeugung. Eine Grundkategorie der Religion bei Simone Weil: Die Schwelle. Frankfurt 2001
    - Müller, H., Die Lehre vom Unbewussten und der Glaube an Gott. Ein Gespräch zwischen    Psychoanalyse und Glaube - Jaques Lacan und Simone Weil, Düsseldorf 1993
    - Wimmer, R., Vier jüdische Philosophinnen. Rosa Luxemburg, Simone Weil, Edith Stein, Hannah Arendt, Tübingen 1990
    Primärliteratur, Auswahl in deutscher Übersetzung
    - Weil, Simone, Schwerkraft und Gnade, Übers.: Fr. Kemp, München 1952/1989
    - Weil, Simone, Das Unglück und die Gottesliebe, Übers.: Fr. Kemp, München 1953
    - Weil, Simone, Zeugnis für das Gute, Übers.: Fr. Kemp, Olten 1976, Neuauflage bei Benziger 1997
    - Weil, Simone, Cahiers, Aufzeichnungen, Band I-IV, Übers.: Elisabeth Edl und Wolfgang Matz, München Wien 1993-1998